Kanaren

Die Kanaren, eines der Lieblingsziele der deutschen Urlauber, bestehen aus 7 größeren und 6 kleinen Inseln.

Bis heute ist nicht endgültig geklärt, ob die kanarischen Inseln ihren Namen dem Kanarienvogel verdanken oder dieser auf die Hunde (lateinisch „canis“) zurückzuführen ist, die Seefahrer einst von Gran Canaria mitgebracht haben sollen. In der Antike wurden die Kanaren aufgrund ihrer Schönheit und ihres bevorzugten Klimas „die Insel der Glückseligen“ genannt – ein Kompliment, das bis heute Gültigkeit besitzt und von den vielen Fans der Kanaren Inseln nur bestätigt werden kann.

Lage der kanarischen Inseln

Der Archipel erstreckt sich in ost-westlicher Ausrichtung über etwa 460 Kilometer. Die Inseln sind im Atlantischen Ozean wie ein weit geschwungener Bogen angeordnet. Die östlichste Insel der zu Spanien und damit zur EU gehörenden Inselgruppe – nur 97 Kilometer von Afrika entfernt – ist Lanzarote. Südlich und bei gutem Wetter auch in Sichtweite davon liegt Fuerteventura, die zweitgrößte Insel der Kanaren. Zwischen diesen beiden befindet sich Gran Canaria, das mit Las Palmas die größte Stadt des Archipels beherbergt. Fast 400.000 Einwohner hat die Inselmetropole, die neben Santa Cruz de Tenerife auch als Hauptstadt der Kanaren gilt. Hier sind die Verwaltungssitze der Inselgruppe beheimatet.
An Teneriffa schließt sich westlich La Gomera an. Aus der Luft betrachtet, liegt es mit seinen westlichen Nachbarn La Palma und El Hierro wie zum Dreieck angeordnet im Atlantik.
Komplettiert wird die Inselgruppe durch die „islotes“ (Inselchen) genannten und teilweise unbewohnten Eiländer La Graciosa, Alegranza, Montaña Clara, Roque del Este, Roque del Oeste und Lobos.
Während der afrikanische Kontinent von den östlichen Inseln als Tagestour erreicht werden kann, liegt das europäische Festland in weiter Ferne: Mehr als 1.800 Kilometer Luftlinie ist die spanische Landeshauptstadt, Madrid, entfernt, und bis zum nächstgelegenen Teil Europas sind es immer noch mehr als 1.200 Kilometer.

Entstehung der Inseln

Die Kanaren sind vulkanischen Ursprungs. Die beiden östlichsten Inseln gelten als die ältesten und sollen bereits 16 bis 20 Millionen Jahre alt sein. Das Alter der Inseln nimmt von Nordosten nach Südwesten ab. Die Kanaren besitzen keinen kontinentalen Sockel und gehörten nachweislich nie zur afrikanischen Landmasse. Als wahrscheinlichste Hypothese für die Entstehung der kanarischen Inseln gilt, dass sie durch einen sogenannten „Hotspot“ im Untergrund entstanden sind, der heißes Gesteinsmaterial beherbergt und als Magma an die Erdoberfläche ablässt. Dieser Hotspot verlagert sich durch die Bewegung der Kontinentalplatten und ist heutzutage den westlichsten Inseln am nächsten, weshalb dort die höchste Vulkantätigkeit zu verzeichnen ist.

Urlaub auf den Kanaren

Reisen auf die Kanaren werden allen Urlaubsanforderungen gerecht – und das bei nur insgesamt 7.500 Quadratkilometern, von denen die größte Insel 2.035 Quadratkilometer groß ist. Hier kommen Bade- und Tauchbegeisterte voll auf ihre Kosten, aber in gleichem Maße Wanderer, Hobbygeologen, (Extrem)-Sportler, Kultur- und Naturliebhaber. Allerdings sollte sich jeder Urlaubsgast vor der Buchung ein wenig genauer mit den Eigenarten und den landschaftlichen Gegebenheiten der Inseln auseinandersetzen, um das für ihn optimale Reiseziel zu finden. Und auch, wenn die Insel bereits bestimmt ist, kann es zuweilen große klimatische und touristische Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen geben, die es zu kennen lohnt. Daher empfiehlt sich in jedem Fall ein guter Reiseführer als Urlaubsvorbereitung.

Gran Canaria ist die vielleicht quirligste und zudem eine sehr vielseitige Insel. Da ist zunächst die bunte Inselhauptstadt, in der es von Nobellabels bis zu urtümlichen Markthallen alles gibt, was das Shopping-Herz begehrt. Aber auch die über die fast kreisrunde Insel verstreuten Urlaubszentren – vor allem im Süden – sind komplett auf Touristen und deren Bedürfnisse eingestellt und bieten unzählige Freizeitmöglichkeiten für Groß und Klein. Die Orte im Inselinneren hingegen, oftmals umgeben von Schluchten und Bergen, haben sich ihren Charme erhalten können und locken mit Landurlaub, Wandertouren und Naturerlebnis auf der häufig als „Mini-Kontinent“ bezeichneten Insel.

Teneriffa als größte Insel hat zwei Gesichter: Das grüne im Norden, in dem es das ganze Jahr über ein bisschen kühler und wo der Wind etwas rauer ist. Hier gibt es nur wenig zugängliche Strände, aber eine wunderbare Natur, sehr sehenswerte Orte und Sehenswürdigkeiten. Der Süden besticht mit schönen Stränden und mehr Sonnenstunden, hat sich aber weniger Ursprünglichkeit bewahren können. In den Touristenorten gibt es nichts, was es nicht gibt. Aus allen Urlaubsregionen gut erreichbar ist der Teide-Nationalpark, der als Mittelpunkt den höchsten Berg Spaniens besitzt: den 3.718 Meter hohen Teide, Besuchermagnet für alle Teneriffa-Urlauber und per Seilbahn oder mit Wanderführer zu erschließen.

Fuerteventuras Kapital sind vor allem seine Strände. Surfer und Segler finden ideale Bedingungen vor, und wer lange Strandspaziergänge liebt, der kann stundenlang laufen, ohne dabei überfüllte Strandabschnitte passieren zu müssen. Aber auch für das „Après-Beach“ ist bestens gesorgt, wenn man sich in einem lebhaften Urlaubsort eingebucht hat. Shopping-Center, Bars und Diskotheken sowie viele Unterhaltungsmöglichkeiten auch für Kinder locken mit reichlich Angeboten. Wer mehr von der Insel erleben möchte als Badeurlaub und Nachtleben, dem sei ein Leihwagen oder -fahrrad empfohlen, um die zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten und die teils wüstenähnliche Landschaft zu erkunden.

Lanzarote hat einen ganz eigenen Charakter. Das strahlend blaue Meer, die honigfarbenen Strände, die weiß getünchten Häuser und das sich durch Licht- und Schattenspiel immer verändernde Rotbraun der Vulkanberge erzeugen eine einzigartige Aura. Der berühmteste Lanzaroteño, César Manrique, hat über seine Lebzeiten hinaus einen maßvollen Tourismus erhalten können. Zwar sind auch Lanzarotes Urlaubsorte lebhaft und die Ausflugsziele zur Haupt-Ferienzeit sehr gut besucht – Bettenburgen gibt es hier aber kaum. Der Nationalpark Timanfaya mit seinen Feuerbergen ist die größte Attraktion der Insel: ein faszinierendes Stilleben aus Lava, das seit lang anhaltenden Vulkanausbrüchen vor fast 300 Jahren nur für den Bau der wenigen Straßen betreten werden durfte.

La Palma hat den Beinamen „isla bonita“ („schöne Insel“) und gilt als Eldorado für Wanderer und Naturverbundene. Auf nur ca. 708 Quadratkilometern bietet die grünste Insel des Archipels sowohl beeindruckende, schwarze Strände als auch ausgedehnte Wälder und faszinierende Einblicke in Vulkankrater. Die Unesco hat nicht nur die komplette Inselfläche zum Biosphärenreservat erklärt, sondern zudem zum weltweit ersten „Starlight Reserve“, womit der Insel hervorragende Bedingungen zur Sternenbeobachtung bescheinigt wurden. La Palma-Ferien garantieren damit Urlaubstage voller Sinnesfreuden.

El Hierro ist die kleinste der bekannteren Kanaren Inseln. Wie La Gomera, hat es keinen eigenen internationalen Flughafen. El Hierro ist seit 2000 ein Unesco-Biosphärenreservat und wird als solches vor maßlosem Tourismus bewahrt. Naturliebhaber, Ruhesuchende und Urlauber, die Ursprünglichkeit mitten unter den Einheimischen zu schätzen wissen, finden auf der Insel ihr Paradies: Ihnen stehen ausgedehnte Rad- und Wanderwege offen. Aufgrund der zumeist schroffen Küstenformationen gibt es nur wenige kleine Badestrände.

La Gomera liegt nahe vor der Westseite Teneriffas, besitzt aber eine ganz eigene Persönlichkeit. Im Herzen der Insel befindet sich der Nationalpark Garajonay mit dem 1.487 Meter hohen, gleichnamigen Berg. Dank der Passatwinde und seiner sehr gebirgigen Landschaftsstruktur gibt es im Inselinneren ungewöhnlich viel Niederschläge und ausgedehnte Wälder, die zum Wandern und Entdecken einladen. Die Einheimischen sind bei aller Gastfreundschaft auch auf die Wahrung ihrer eigenen Gebräuche bedacht: Die alte gomerische Pfeifsprache wird bis heute gelehrt und angewandt.

Klima auf den kanarischen Inseln

Die Kanaren werden häufig als „Inseln des ewigen Frühlings“ bezeichnet: Die ideale Reisezeit ist demnach immer. Es bleibt auch im Winter mild, mit Temperaturen um 20 Grad am Tag und etwa 15 Grad in der Nacht. Im Sommer kühlen die Winde die oftmals heiße Luft auf angenehmere Temperaturen ab. An windstillen Plätzen jedoch klettert das Thermometer im Hochsommer oft auf über 30 Grad. Das Meer ist fast ganzjährig ca. 19-22 Grad warm.