Balearen

Die balearischen Inseln Mallorca, Menorca, Formentera, Ibiza gehören zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen. Sonne, Strand, Meer, tolle Landschaften und Flugzeiten von unter 3 Stunden locken jedes Jahr Millionen Touristen auf die Inseln.

Bei den Balearen handelt es sich um eine zu Spanien gehörende Inselgruppe, die schon seit frühester Zeit besiedelt ist. Römer, Vandalen, Byzantiner und Mauren waren es, die im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung über die Inseln herrschten. Eindrucksvolle Spuren ihrer Herrschaft haben dabei vor allem die Mauren während ihrer über 300 Jahre währenden Herrschaft hinterlassen, die erst 1229 beendet wurde.

Die darauf folgende Machtübernahme durch die Spanier wurde lediglich durch ein Jahrhundert der Unabhängigkeit unterbrochen, das als wirtschaftliche Blütezeit in die Geschichte der Inseln einging. Der touristische Massenansturm, der mit einer Verdoppelung der Zahl der Einwohner auf die Balearischen Inseln verbunden war, setzte erst Mitte des 20. Jahrhunderts ein. Heute gilt die Aufnahmekapazität auf den größeren Urlaubsinseln zumindest im Sommer als erschöpft. Denn dann betrachten rund 14 Millionen der jährlich die Balearen besuchenden Touristen die Inseln als ihr persönliches Urlaubsparadies.

Lage der balearischen Inseln

Die Inselgruppe der Balearen liegt im westlichen Mittelmeer. Sie erstreckt sich mit ihren fünf bewohnten und 146 unbewohnten Inseln über etwa 300 km Länge von Nordost nach Südwest. Dabei bilden die Balearen Inseln eine Autonome Gemeinschaft Spaniens, die ihren Regierungssitz in Palma, der Hauptstadt der Balearen auf ihrer größten Insel Mallorca hat. Diese liegt rund 250 km östlich vom spanischen Festland und dessen Hafenstadt Valencia. Gemeinsam mit der nordöstlich davon liegenden Insel Menorca und der südlich gelegenen kleinsten bewohnten Insel Cabrera bilden sie die Gruppe der Gymnesischen Inseln. Nur etwa 100 km vom spanischen Festland entfernt liegen dagegen die beiden anderen bewohnten Inseln Ibiza und Formentera, die zusammen mit zahlreichen kleineren unbewohnten Felseninseln die Gruppe der Pityusen bilden.

Entstehung der Inseln

Nach heutigen Erkenntnissen lässt sich die Entstehung der Balearen zurückverfolgen bis vor etwa 223 Millionen Jahren. Damals bedeckte ein weitaus größeres Meer als das uns bekannte Mittelmeer deren Gebiet. Aus dem nördlich davon liegenden Katalanischen Gebirgsmassiv wurden damals Gesteinsmassen und Mineralien ins Meer gespült und geweht, die mit den Resten damaliger Meerestiere zu den ältesten, bis heute gefundenen Gesteinsschichten verdichtet wurden. Verursacht durch die Bewegung der Kontinentalplatten wurden vor etwa 65 Millionen Jahren diese Gesteinsschichten gefaltet und als Gebirgszug aus dem Meer empor gehoben. Im Laufe von Millionen Jahren kam es durch weitere Faltungen und Einbrüche zum zeitweisen Versinken und erneuten Emporheben gewaltiger Felsmassive und großflächiger ebener Flächen. Während der Austrocknung des Mittelmeeres vor etwa 6 Millionen Jahren waren die heutigen Inseln Teil eines 4.000 Meter hohen Gebirgszuges, der Afrika mit Europa verband. Als später das Mittelmeer zurückkehrte, bildeten dessen sichtbare Gipfel und Bereiche ihrer Hochebenen zusammen mit freigelegten ehemaligen Sandbänken und Dünen die Gruppe der Balearen Inseln. Deren Erscheinungsbild hat sich verursacht durch Erosion und die Entwicklung einer spezifischen Flora und Fauna bis in die Gegenwart ständig verändert. Heute erfreuen wir uns bei Reisen auf diese Inseln und beim Urlaub am Strand sowohl an der Einzigartigkeit ihrer Küsten als auch an der Vielfaltigkeit ihrer beeindruckenden Landschaftsformen.

Urlaub auf den Balearen

Wer vor Beginn seiner Reise auf die Balearen in unserem Reiseführer Informationen über diese im Osten von Spanien liegende Inselgruppe einholt, der wird ganz sicher auf Palma, die Hauptstadt der Balearen und von Mallorca stoßen. Die am Ende einer großen Bucht liegende Inselmetropole beherbergt annähernd 40 % der Einwohner der Balearen. Obwohl die meisten der Urlauber mit dem Flugzeug anreisen werden, vermittelt eine Anreise mit dem Schiff den besten Eindruck von Geschichte und Gegenwart dieser Stadt. Dabei beeindrucken die westlich des Hafenbeckens sich an sanfte Hügel schmiegenden Gebäude von Hotels und Appartementhäusern ebenso wie die im Osten erkennbare Ruine der alten Seefestung, hinter der sich die Türme einer gotischen Kathedrale, der „Kathedrale des Lichtes“ erheben. Die sie umgebende Altstadt von Palma lädt mit ihren verwinkelten Gassen, blumengeschmückten Innenhöfen und Springbrunnen dazu ein, sich ein Bild vom Charakter des alten Palmas zu machen. Schließlich bietet die Bucht von Palma auch noch einige der schönsten Badestrände der Insel.

Nordöstlich von Palma erstreckt sich eine weite zentrale Ebene, die als der Obstgarten der Insel gilt und die zu jeder Jahreszeit einen anderen Farbton annimmt. Der Nordwesten der größten Insel der Balearen ist von einem Gebirgszug mit dem höchsten Berg der Insel, dem 1.445 Meter hohen Puig Major bedeckt. Er bildet hier eine eindrucksvolle Steilküste. Für alle Badeurlauber sind sicher die wunderschönen Sandstände im Osten der Insel von Interesse, von denen der Strand von Alcúdia in der gleichnamigen Bucht und der Ort Can Picafort zu den Touristenmagneten auf der Insel zählt. Mit einem Hinweis auf den ehemaligen Hafen von Campos, Colonia de Sant Jordi, der neben etwa 3000 Touristenbetten einen etwa sechs Kilometer langen Strand bietet, wollen wir Mallorca verlassen um uns der nächstgrößten Insel der Balearen zuzuwenden.

Menorca, die am weitesten vom spanischen Festland entfernt liegende Insel, stand lange Zeit im Schatten der größten Baleareninsel. Typisch sind die aus losen Steinen errichteten Mauern um die Felder, die die Insel in ein riesiges Mosaik verwandeln. Mit einer Ebene im Südwesten und einem Hügelland im Nordosten ist Menorca von zwei Landschaftsformen geprägt. Während die Landschaften der Insel herber als die der südlichen Balearen erscheinen, ist das Klima hier insgesamt rauer, sodass zwischen Oktober und April Regen und Sturm nur wenige Touristen anlocken. Im Sommer sind die Strände der Insel recht gut besucht, wobei die im Wind liegenden Strände an der Nordküste gern von Surfern aufgesucht werden. Die beliebtesten Badestrände befinden sich an der Südküste der Insel. Als Inselhauptstadt gilt Mahón, deren Bild von einer über 70-jährigen englischen Herrschaft geprägt ist.

Ibiza gilt mit etwa 570 km² und rund 135.000 Einwohnern als drittgrößte Insel der Balearen. Der auch diese Insel beherrschende Tourismus zeigt sich vor allem mit einer international geschätzten Klub-Szene, aus der mit dem „Privileg“ in Sant Rafael die weltgrößte Diskothek herausragt. Neben ihren Partynächten und vielen prominenten Besuchern hat Ibiza aber auch zahlreiche, vor kristallklarem Wasser liegende Strände zu bieten. Die an der Westküste liegenden Strände sind besonders zum Beobachten grandioser Sonnenuntergänge geeignet. Die Inselhauptstadt Ibiza-Stadt verfügt über keinen Strand.
Recht flach und lediglich 82 km² groß zeigt sich Formentera als zweitkleinste bewohnte Insel der Balearen. Sie besteht aus zwei, durch eine sandige Nehrung verbundenen Gesteinskernen. Formentera konnte sich trotz des auch auf ihr einsetzenden Massentourismus eine gewisse Beschaulichkeit erhalten und konzentriert die touristischen Zentren auf Es Pujols und einige Anlagen am Naturstrand Platja de Mitjorn. Hier kommen übrigens auch FKK-Anhänger zu ihrem Recht.

Klima auf den Balearischen Inseln

Heiße Sommer und milde Winter kennzeichnen das auf den Balearen Inseln anzutreffende typische Mittelmeerklima. Wie in so manch anderem Reiseführer werden die damit verbundenen Temperaturen von Luft und Wasser, der blaue Himmel und der strahlende Sonnenschein auch von uns dazu genutzt, für einen Badeurlaub auf den Balearen zu werben. Wir möchten dabei allerdings nicht verschweigen, dass in den Sommermonaten auch mit zum Teil heftigen Gewittern zu rechnen ist, die oft von starken Niederschlägen begleitet sind. Und im Frühjahr oder Herbst kann eines der unbeliebten Balearentiefs die ansonsten sonnigen Mittelmeerinseln mit Sturm und Regen überraschen. Jedoch soll das Erwähnen dieser eher selten auftretenden Wettererscheinungen das zwischen März und Oktober überwiegende mediterrane Klima keineswegs schmälern.